Stellen Sie sich vor, chirurgisches Training verschmilzt so nahtlos mit der virtuellen Realität, dass selbst die Verformung eines winzigen, schlagenden Herzens exakt spürbar und digital erfasst wird.
Beim Training von minimalinvasiven chirurgischen Eingriffen müssen reale Instrumente und synthetische anatomische Modelle in Echtzeit präzise mit virtuellen 3D-Darstellungen synchronisiert werden. Aktuelle optische oder elektromagnetische Trackingsysteme stoßen hier an ihre Grenzen, wenn es um sehr kleine, bewegliche und verformbare Strukturen geht. Ungenauigkeiten zwischen dem realen und virtuellen Modell mindern die Realitätsnähe und bergen das Risiko, dass Mediziner falsche Bewegungsabläufe trainieren.
Mit dem Forschungsprojekt HyTra (Hybrid Tracking in Weichteilgewebe zur Anwendung in chirurgischen Simulatoren) lösen wir dieses Problem. Unser Ziel ist es, die Genauigkeit des 3D-Trackings physischer Strukturen in Patientenphantomen radikal zu verbessern. Dafür entwickeln wir ein hybrides Trackingsystem, das herkömmliche Trackingverfahren durch unsere kontinuierlich verteilte, weiche Sensorik erweitert.
Während herkömmliche globale Systeme eine stabile Positionsreferenz liefern, erfasst unser sensorisches Gewebe feinste lokale Bewegungen und Verformungen direkt im Material. Durch intelligente Datenfusion soll eine bislang unerreichte Detailgenauigkeit erreicht werden. Am Ende des einjährigen Projekts wird ein neuartiger Proof-of-Concept-Demonstrator stehen, der als Modul für zukünftige Simulatoren dient. Das Ergebnis ist ein realitätsnäheres Training, das die Qualität der medizinischen Ausbildung erhöht und dadurch Risiken bei echten Eingriffen drastisch senkt.
Echte Innovation entsteht durch branchenübergreifende Zusammenarbeit. Als Konsortialführer treiben wir dieses ambitionierte Projekt gemeinsam mit unseren starken Partnern aus der Spitzenforschung voran:
• FH OÖ Forschungs & Entwicklungs GmbH
• RISC Software GmbH
Das Projekt HyTra (Projektnummer: FO999934288) wird im Rahmen des Programms „Expedition Zukunft #Start“ von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.